Adamsdorf

Im Jahr 1170 schenkten die pommerschen Fürsten (Bogislaw I. und Kasimir I.) dem Bistum Havelberg das Gebiet um ein damals so genanntes Chotibanz.
Zu diesem Gebiet gehörte ein Ort namens Kostel oder Kostal. Dieser Name kann sich nach dem Historiker und Archivrat Prof. Dr. Christian Friedrich Lisch aus dem slawischen „Tempel“ herleiten. Überliefert ist auch die Auffassung, dass der Name vom niederdeutschen Koustal oder Kohstall (Kuhstall) herkommt.
Bis ca. 1400 befand sich der Ort in fürstlichem Besitz und war dann Lehen und Neben-Gut der Gutsbesitzerfamilie von Peccatel auf Klein Vielen. Er trug unter der Ägide der Peccatels bereits den Namen Kuhstall.
Lisch schreibt zur Geschichte des Dorfes und des Namens Folgendes: „‚Kostal‘ wird in alten Zeiten wenig genannt, da es früh verwüstet ward und noch während des 15. Jahrhunderts wüst lag. Merkwürdiger Weise gehörte dieses Dorf, obgleich mitten unter Lehngütern gelegen, den Landesherren; am 9. Juni 1460 verpfändete der letzte Herzog von Meklenburg=Stargard dem Henneke von Holstein auf Ankershagen die eine Hälfte des wüsten Dorfes „Kostall“ und darauf verpfändeten die Herzoge Heinrich (vor 1466) und Ulrich (vor 1471) von Stargard den von Peccatel die andere Hälfte, worauf nach dem Aussterben der herzoglichen Linie Meklenburg=Stargard der Herzog Heinrich der Dicke von Meklenburg=Schwerin zwischen 1471 und 1477 dem Claus v. Peccatel auf Gr. Vielen die andere Hälfte der wüsten Feldmark ‚Kostal‘ mit 6 freien Hufen für eine neue Anleihe von 100 Mark aufs neue verpfändete und sich ausdrücklich den eigenen Gebrauch nach der Wiedereinlösung vorbehielt und allen benachbarten Vasallengeschlechtern die Auskaufung der v. Peccatel versagte. Nun ist Kostal oder Kostel, wie Masch das Dorf nennt, ein allgemein bekanntes slavisches Wort und bedeutet in der häufig in slavischen Ländern vorkommenden Form: Kostel = Kirche, Tempel.“
1662 starb das Geschlecht der von Peccatel aus. Danach kam Kuhstall in den Besitz wechselnder Gutsbesitzer, so der von Erlenkamps, der von Holste(i)ns, der von Hackes, der von Plessen, der von Blumenthals und schließlich der Familien Jahn, Schwabe und Benkendorff.
Unter der Herrschaft der von Blumenthals bekam Kuhstall 1815 die heutige Bezeichnung Adamsdorf. Die Namensgebung erfolgte zu Ehren des in Russland gefallenen Sohnes des damaligen Gutsbesitzers Graf Adam von Blumenthal.

Quelle: Lisch, C. F.: Ueber Chotibanz und Chutun. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Band 23 (1858), S. 22-32,
Zitat auf S. 31