Klein Vielen

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Historische Postkarte von Klein Vielen. Jahr unbekannt (aus Krull 1999, S. 27).

1170 wurde Klein Vielen erstmals urkundlich erwähnt. Der Name ist slawischen Ursprungs. Er leitet sich aus „Vyla“ (Göttin der Unterwelt) ab. 1248 erhielt das Dorf den Namen Colhazen Vielen vermutlich von dem damaligen Besitzer, dem Vogt Bertoldus Kohlhaze. Der Name veränderte sich dann über Lütken Vielen zum heutigen Klein Vielen.
Nach dem Dreißigjährigen Krieg wechselten auch in Klein Vielen häufig die Besitzer.
Nach den Peccatels, deren Geschlecht 1662 ausstarb, belehnte der Großherzog von Mecklenburg-Schwerin innerhalb weniger Jahre verschiedene Besitzer mit Klein Vielen.1685 kaufte dann ein Heinrich von Erlenkamp das Gut von den Erben einer Margaretha von Goetze. 1702 erhält ein Johann Georg von Holsten den Lehnbrief über Klein Vielen. 1715 verkauft dieser das Lehngut an Otto Ludwig von Hacke (auch von Haxen). Die von Hackes bleiben immerhin 100 Jahre auf Klein Vielen.
Auf von Hacke folgen 1795 Carl Hartwig von Plessen und 1804/05 Gottfried Joachim Vick. Während der französischen Besetzung kommt das Gut 1810 bis 1815 dann in die Hände des Grafen Heinrich Leopold August von Blumenthal, der mit einer Tochter von Plessens vermählt war. 1815 erwirbt Rudolph Jahn, Prokurator aus Brandenburg, das Gut. Die Jahns bleiben bis 1880. Ihnen folgt Freiherr von Kap-herr, der das Gut 1937 an Herbert Bennecke aus Löbnitz/Calbe verkauft und das Vorwerk Hartwigshof 1934 an die Siedlungsgesellschaft „Hof und Hufe“.
Im Zuge der Bodenreform 1945 wird das Gut Klein Vielen enteignet.
Der überwiegende Teil des Gutsparks, die Allee zum Klingenberg und der Klingenberg mit der „Jahn-Kapelle“ sind seitdem in der Hand der Gemeinde. Das einstige Gutshaus brannte im Oktober 1947 ab und wurde nicht wieder aufgebaut.

Quelle Foto:
Krull, G. 1999: „Olljahrdag“ in Klein Vielen. In: Mecklenburg-Strelitzer Kalender, Bd. 1999 (1998), S.27