Baustellenreport Jahn-Kapelle

Hier dokumentieren wir von Zeit zu Zeit die Baufortschritte an der Jahn-Kapelle, auch als Dank an all diejenigen, die die Sanierung finanziell und durch ihre Fachkenntnisse unterstützen.

Die Richtkrone ist gesetzt.

29. September 2017 – Richtfest !
Das war ein feierlicher Moment für alle am Bau Beteiligten und Interessierten aus Klein Vielen und Umgebung: Die Kapelle erhielt den Richtkranz, und diesen Anlass nutzten die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Kreissparkasse Mecklenburg-Strelitz, um eine Zuwendung zu überreichen, die helfen soll, das Eingangsportal der Kapelle zu erneuern.
Dafür ganz herzlichen Dank!
Dieser gilt aus gegebenem Anlass auch den Bauhandwerkern der Firma Werdermann und dem Architekturbüro Peters! Der erneuerte Dachstuhl ist ein wahres Meisterwerk und Resultat einer gelungenen Zusammenarbeit zwischen neuester computergestützter  Entwurfstechnik und Bauhandwerkskunst.
Das begleitende Architekturbüro fertigte einen 3-D-Entwurf, der von den Bauhandwerkern ganz hervorragend aufgenommen und umgesetzt wurde.

Ein Teil des Teams, das die Sanierung des Daches bewerkstelligt.

Dabei erwies sich der Wiederaufbau für die Handwerker als wahre Herausforderung, denn das Baugelände ist kein „übliches“. Eichenbalken für Eichenbalken musste auf den steil aufragenden Klingenberg, auf dem die Kapelle thront,  gebracht werden. Stets barg diese Arbeit die Gefahr, dass die eingesetzten Fahrzeuge umkippten.
Dann wurden die Balken mit dem Flaschenzug nach oben gezogen. Keiner der wertvollen und teuren Eichenbalken durfte beschädigt werden. Und „oben“ war schwere körperliche Arbeit gefordert, um sie zu der neuen Dachkonstruktion zusammenzumontieren. Auch hier lautete die Devise: „Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste“. Das galt für Mensch wie schon fertiggestellte bisherige Arbeiten. Und – es gelang!
Den Abschluss des Daches bildet die sogenannte Laterne (altgriechisch λαμπτήρ lamptér = Leuchter, Fackel) – ein turmartiger Aufsatz, der bei der Jahn-Kapelle mit verzierten Holzfenstern ausgestattet ist – ein repräsentatives, das ganze Bauwerk ‚überhöhendes‘ Schmuckelement.
Das Neue wurde mit dem Alten dadurch verbunden, dass acht alte Eichenbalken, die bei dem ursprünglichen Bau die Fialen bzw. Fialtürmchen im obersten Dachbereich bildeten, wieder mit eingebaut wurden. Die Wirkung dieser Kombination überzeugt!
Ein weiteres Schmuckelement ist in Arbeit: Von dem Berliner Kunsttischler Jürgen Krämer bzw. der Werkstatt „Möbelhandwerk Berlin – Krämer & Grimm“ werden die acht mit Spitzdach, Kreuzblume und Dreipassbögen verzierten Eichenholzfenster getischlert, die den unteren Teil der Laterne schmücken werden. Er leistet diese etwa 10 Wochen „netto“ erfordernde Arbeit umsonst und spendet damit die Fenster!!  Auch ihm gilt ganz herzlicher Dank!
Jürgen Krämer hatte zum Richtfest zwei fertige Fenster

Jürgen Krämer mit einem der Laternen-Fenster.

mitgebracht, und nun gab es die Probe aufs Exempel, ob die Abstimmung zwischen ihm und dem Architekturbüro Peters funktioniert hatte: Eines der Fenster wurde montiert und – es passte!
Die Holzfenster werden von der bevorstehenden Deckung des Daches mit Zinkblech frei bleiben und damit weithin sichtbar sein. Wie die Fenster im sanierungswürdigen Zustand aussahen, kann hier  am alten Zustand abgelesen werden.
Restauriert wird auch die Kreuzblume mit dem Kreuz, die die Spitze der Laterne krönen soll. Sie ist derzeit ebenfalls „in Arbeit“.
Zum Richtfest war auch Heike Sommer von der Nordkurier-Redaktion Neustrelitz erschienen. Ihr Bericht kann hier nachgelesen werden.
Nun stehen die Arbeiten bevor, die der Vorbereitung der Wiedereindeckung des Daches (mit Zinkblech) dienen.
Alle warten sehnlichst auf die Lieferung von hunderten Formsteinen. Sie soll in etwa drei Wochen erfolgen. Dann kann die sogenannte Attika wieder aufgebaut werden.

Das Fenster passt!!

Bei der Attika handelt es sich in der Architektur um eine über dem sogenannten Kranzgesims befindliche Abschlusswand zur Verdeckung eines Teils des Daches.
Und auch die Strebpfeiler, die die acht Fialen im zweiten Geschoss tragen sollen, müssen ergänzt werden.
Eine bevorstehende knifflige Ingenieurs- und Handwerksleistung ist auch die Sicherung des Regenwasserabflusses.
Wenn all diese Arbeiten abgeschlossen sind, wird die Jahn-Kapelle wieder ein „richtiges“ Dach tragen in einer Form, wie sie noch kein lebender Klein Vielener gesehen hat.

3. Juli 2017
Ein schöner Bericht über den „Stand der Dinge“ erschien heute im „Strelitzer Kurier“, der Lokalausgabe des Nordkurier. Hier können Sie den Artikel im „Nordkurier“ vom 3.7.2017, S. 16 lesen… mehr

Ein kleiner Vorher-Nachher-Vergleich des Zustandes im Obergeschoss im April und Juni 2017.

30. Juni 2017
In wenigen Tagen ist es geschafft. Das Tragwerk für das Dach und die Laterne wird wiederhergestellt sein.  Das Dach und die Laterne werden zur Zeit hergestellt bzw. restauriert.
Die Maurerkünstler haben für die Vorbereitung des Dach-Wiederaufbaus die acht Strebepfeiler allesamt fast vollständig wieder aufgemauert und – sofern die Elemente noch vorhanden waren – mit den Strebepfeiler-Gesimssteinen versehen, sodass zu gegebener Zeit auch die Fialen wieder gen Himmel wachsen können.
Das Foto zeigt, wenn der obere mit dem unteren Bereich verglichen wird, wie der Zustand vor der Restaurierung war.
Auch die Bogen-Friese, die das Mauerwerk gliedern, wurden entsprechend der Menge der noch vorhandenen Zierelemente restauriert. In beiden Fällen müssen fehlende Bauelemente noch hergestellt und geliefert werden, bevor sämtliche Verzierungen in altem Glanz erstrahlen. Das Foto oben rechts zeigt bereits die ganze Pracht, die sich zeigen wird, wenn alle Fries-Elemente des Oktogons wiederhergestellt sein werden.

9. Juni 2017
Langsam nimmt das Obergeschoss wieder Formen an.
Stück für Stück stellen die Maurer das Mauerwerk der Außenwand wieder her. Stein für Stein wird abgetragen und wieder eingesetzt. Schadhafte Gesimssteine und Nonnenköpfe müssen saniert und teilweise erneuert werden, eine mühsame Kleinarbeit, bei der sich die Maurer als wahre Künstler erweisen.
Dabei verwenden sie so viele alte Mauersteine wie möglich.
Die Fotos lassen langsam erahnen, wie das Obergeschoss des Buttel-Bauwerks nach seiner Sanierung wieder aussehen wird.

Die Kreuzblume (ohne Kreuz)

26. Mai 2017
Seit drei Wochen sind die Bauarbeiter mit dem Wiederaufbau der Strebepfeiler und des Gesimses beschäftigt, um die Tragfähigkeit des Obergeschosses für den Wiedereinbau der Laterne zu gewährleisten.
Etliche Nonnenköpfe und Gesimssteine müssen aber auch neu hergestellt werden.

4. Mai 2017
Die Bauarbeiter beginnen, schadhafte Teile im Mauerwerk der Außenwand abzutragen, um die Vorbereitungen für die Sanierung von Dach und Laterne zu treffen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg konnten sich in der Außenwand im Obergeschoss der Kapelle Birken ansiedeln, die im Mauerwerk durch ihre Wurzelbildung erhebliche Schäden angerichtet haben. Die Bauarbeiter begannen damit, zunächst das Mauerwerk der Außenwand herunterzubauen und die Wurzelreste zu entfernen.

April 2017: Kapelle ohne Dach und Laterne
Kürzlich wurde nach der Dacheindeckung auch die beschädigte Laterne der „Jahn-Kapelle“ demontiert, weil sie restauriert und zum Teil erneuert werden soll.  Vertreter der Baufirma Werdermann und des Architekturbüros Peters (Neustrelitz) zeigten sich beeindruckt von der Konstruktion, die die Laterne zusammenhielt (siehe Foto).
Demontiert wurde auch die gusseiserne Kreuzblume, die das Dach schmückte und auf der noch die Kreuzspitze thronte. Die Kreuzblume muss ebenfalls restauriert werden.
Derzeit führt ein Student der Hochschule Neubrandenburg auf dem Klingenberg, an der Allee dorthin und im alten Gutspark Klein Vielen Untersuchungen durch, um das Alter der Bäume dort bestimmen zu können. Erste Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass auf dem Hügel selbst zur Erbauungszeit nur etwa ein Dutzend Bäume, vornehmlich Eichen, gestanden haben können, die vermutlich im Zusammenhang mit dem Bau gepflanzt wurden.

Welch ein Turmgewölbe!
Als Dach und Dachstuhl entfernt worden waren, kam das Turmgewölbe der Kapelle vollends zum Vorschein.
Nach erster Einschätzung wies es keine nennenswerten Schäden auf, ein Glücksfall für die weitere Sanierung.
Die Gewölbekonstruktion – hier von oben betrachtet – ist ebenso beeindruckend wie die Dachkonstruktion und die Kreuzblume.

Beginn der Grundsanierung
Die statische Grundsanierung der „Jahn-Kapelle“
in Klein Vielen kann beginnen.
Im Spätherbst wurde die Kapelle eingerüstet. Wie bedauernswert der Zustand der Kapelle ist, erschließt sich ein wenig aus dem Foto vom Februar 2017. Im Obergeschoss hatten sich Birken angesiedelt und das gesamte Mauerwerk durchwurzelt, das auseinanderzubrechen drohte.
Möglich gemacht wird die Restaurierungsmaßnahme durch eine Förderung aus dem EU-Programm LEADER.
Für die Finanzierung darüber hinausgehender Sanierungsmaßnahmen konnte auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz gewonnen werden. Und viele Menschen spendeten für die Stiftungsaktion „Denkmal in Not“, in die das Kapellenprojekt aufgenommen wurde und einzelne großzügige Spender unterstützen einzelne Rekonstruktionsmaßnahmen.
Ein ganz herzliches Dankeschön allen, die das Projekt finanziell oder durch ihr Fachwissen unterstützen.
Und auch die Ostdeutsche Sparkassenstiftung spendet. Durch ihre Spende soll die Wiederherstellung der Eingangstür mitfinanziert werden.