Die Ziegelei in Brustorf

Eines der letzten Zeugnisse der „Industriegeschichte“ des Maltzanschen Gutes in Peckatel steht zwischen Peckatel und Brustorf. Bis 1929 existierte an der Stelle eine Ziegelei, die zusammen mit einem Sägewerk und einer Kartoffelflockenfabrik einen kleinen „Industriepark“ darstellte.
ziegelei-brustorf-2Weihnachten 1929 brannte der Komplex ab. In der „Landeszeitung“ vom 26.12.1929 stand: „Das Großfeuer brach gegen 5 Uhr morgens aus. Bald standen die Kartoffelflockenfabrik und das Dampfsägewerk in Flammen. Die dort lagernden Holzvorräte boten dem Feuer reichlich Nachrung. Die Feuerwehren aus Penzlin, Hohenzieritz und Peckatel eilten herbei, die Penzliner Wehr mit ihrer Motorspritze. Aber auch die vereinten mit aller Energie arbeitenden Kräfte waren dem verheerenden Brande gegenüber machtlos. Der starke Wind trieb die Flammen über den gesamten Gebäudekomplex und äscherte ihn vollständig ein. Außer einigen Bretterstapeln und wenigen ungeschnittenen Tannen blieben nur die beiden riesigen Schornsteine übrig, die aus dem Trümmerhaufen als Wahrzeichen der früheren Arbeitsstätten hervorragen.“
Als Ursache für den Brand wurde damals Brandstiftung angenommen. Der Fall blieb ungeklärt.
1955 wurden Reste der Gebäude „in freiwilligen Arbeitseinsätzen“ abgebrochen. Das noch brauchbare Matrial wurde in Schuppen und anderen Gebäuden und Bauschutt im Landweg nach Hohenzieritz  „verbaut“.
Die Reste eines der beiden Schornsteine (Foto: H.B.) zeugen bis heute von der kurzen Industriegeschichte des Maltzanschen Gutes. Die Fassaden einiger älterer Häuser in der Gemeinde geben noch heute Kunde von der örtlichen Ziegelbrennerei.

Auf alten Karten sind noch weitere Ziegeleistandorte auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde verzeichnet, so eine westlich des heutigen Ortes Brustorf und eine weitere nahe Adamsdorf. Auch an einem historischen Verbindungsweg zwischen Klein Vielen und Ankershagen stand eine Ziegelei.