Wüstung Peutsch

Ein Ort, der immer nur kurze Zeit bestandpeutsch-1_bearbeitet-1

Der kleine Ort Peutsch am nach ihm benannten Peutscher See tauchte 1408 unter dem Namen Poyweschk in einer Verkaufs-Urkunde auf, fiel jedoch peutsch-3_bearbeitet-2bereits bald wieder wüst, denn schon Anfang des 16. Jahrhunderts ist nur von einer wüsten Feldmark die Rede. Erst im 18. Jahrhundert gab es dort wieder einige Bewohner; auf der Wiebekingschen Karte von 1786 sind zwei Hofkomplexe mit sechs Gebäuden verzeichnet.
In der 1857 erschienenen ersten Auflage der „Mecklenburgischen Vaterlandskunde“ von Wilhelm Raabe (1808-1858) wurde Peutsch noch als „Hof mit 32 Einw[ohnern]“ angeführt.
Auf dem Messtischblatt von 1888 sind noch zwei Gebäude am Ufer des Peutscher Sees erkennbar.
1894 gab Gustav Quade eine neu bearbeitete und aktualisierte Ausgabe von Raabes „Mecklenburgische Vaterlandskunde“ heraus, und über Peutsch schrieb er, dass keine Gebäude mehr vorhanden seien. „Der gesammte Grund und Boden ist mit Tannen angesamt.“

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Peutsch auf der Wiebekingschen Karte 1786 (links) und auf dem Messtischblatt 1888.

Heute erinnern ein Gedenkstein und eine Linde an den untergegangenen Ort. Die beiden Erinnerungszeichen wurden im Jahre 2003 gesetzt bzw. gepflanzt.

Quellen:
Krull, K. (o.J.): Das Bauerndorf Peccatel und die Ortschaften des Kirchspiels. Manuskript. Karbe-Wagner-Archiv, Signatur Ha 535.
Lisch, G.C.F. 1844: Urkunden-Sammlung zur Geschichte des Geschlechtes Maltzan. Zweiter Band: 1331-1431. Schwerin: S. 478.
Raabe, W. 1857: Mecklenburgische Vaterlandskunde. Erster Band Specielle Orstkunde beider Großherzogthümer Mecklenburg. Wismar. [Zweite Auflage bearb. von Gustav Quade. Wismar 1894: S. 1090].
Kartenausschnitte aus Wiebekingsche Karte 1786 (links) und Messtischblatt 1888. Quelle: Universität Rostock, Agrar- und Umweltwissenschaftliche Fakultät, Geoinformatik-Service.